Themen

Carl Dahlhaus

Avantgarde und Oper

Die Verachtung der Oper, wie sie ästhetische Puristen zur Schau tragen, war immer schon mit Heuchelei gemischt. Auch der strengste Avantgardist, der Musik als tönende Struktur und nichts sonst begreift, fühlt sich irgendwann von der Oper, dem suspekten Genre, hinterrücks angezogen. ...

Earle Brown

Notation und Ausführung Neuer Musik

Auch wenn in Darmstadt kein besonderes Seminar über Notation und Ausführung stattgefunden hätte, wäre es offensichtlich, daß ein großer Teil der Neuen Musik in enge Abhängigkeit von den praktischen Anwendungen der Forschung, die diese Aspekte der Musik untersucht, geraten ist. ...

Robert Beyer

Zur Geschichte der elektronischen Musik

Die Geschichte der elektronischen Musik ist etwas anderes als die Geschichte der Apparatur und ihrer technischen Entwicklung. Hier der Weg einer ununterbrochenen Kette von Erfindungen, der Weg von Cahill über Mager, Theremin bis zu Trautwein, Martenot und Bode, dort der Weg einer sprunghaft sich vollziehenden Entwicklung ...

Robert Beyer

Elektronische Musik

Der Begriff »Elektronische Musik« ist mehrdeutig. Er bezeichnet zwar das Mittel der Ausführung, läßt aber offen, welche Art von Musik man sich in Verbindung mit den elektronischen Klangmitteln vorzustellen hat. Nach ihm ist jede Musik, die auf diesem Wege hergestellt wird, elektronische Musik. ...

Carl Dahlhaus

Arnold Schönberg: Drittes Streichquartett

Die Maxime, daß Äußerungen eines Autors über sein Werk nicht die Grundlage einer Interpretation bilden, sondern zu deren Material gehören, ist ein Gemeinplatz der Hermeneutik, der in der Literaturkritik längst selbstverständlich ist, sich in der Theorie der musikalischen Analyse aber erst allmählich und mit einer Verzögerung, die mit der Neigung zur heroischen Biographie in der Musikgeschichtsschreibung zusammenhängt, durchzusetzen scheint. ...

Igor Strawinsky

Prügelstunde

Virgil Thomson schrieb einmal, ich hätte »Claude Debussy in heillose Panik versetzt«. Tut mir leid. Neulich entdeckte ich einen mir bis dahin unbekannten Bericht eines Augenzeugen über eine andere Reaktion Debussys auf mich oder besser auf ein Werk von mir. Kurz nachdem ich zum erstenmal »Pelleas« hörte – an der Seite des Komponisten: ich bin wohl einer der letzten unter den mehr oder weniger Lebenden, die das getan haben –, hörte sich Debussy meinen »Sacre du Printemps« an. ...

Brunhilde Sonntag

Die Formen in Strawinskys »Sacre du printemps«

Den Skandal, den die Uraufführung des »Sacre du printemps« am 28. Mai 1913 im Pariser Théâtre des Champs-Elysées verursachte, wollte Strawinsky der musikalischen und choreographischen Unzulänglichkeit Nijinskis unterschieben. Vielmehr aber war das Publikum der Konfrontation mit diesem gewaltig revolutionären Werk nicht gewachsen und verlieh seinem Unverständnis durch Unmut Ausdruck. ...

György Ligeti

Weberns Melodik

Die Werke von Anton Webern sind zwar in seiner ersten selbständigen Schaffensperiode noch mit der spätromantischen Musik verwandt und gehören stilistisch vornehmlich zum Wiener Expressionismus; es zeigt sich in ihnen aber bereits eine mehr oder minder deutliche Distanz zu den Expressionisten par excellence, also zu Schönberg und Berg. ...