Musikanalyse

Moritz Kelber

Troubadix und der Kaiser. Zur bildlichen Darstellung von Klang und Stille

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die Frage, wie Bilder klingen oder wie sich Klang in Bildern darstellen lässt, berührt die Grundfragen der bildenden Kunst und der Musik gleichermaßen. Wie visualisiert man den Klang einer Geschichte oder eines Geschehens im Bild? Fotografie, Grafik und Malerei erscheinen auf den ersten Blick nur eingeschränkt dazu geeignet zu sein, Musik und Klang zu beschreiben …

Alexandra Denzer

Die Entwicklung der italienischen Opernarie im 17. Jahrhundert

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Der Beitrag präsentiert zentrale Ergebnisse einer Untersuchung der Entwicklung der italienischen Opernarie im 17. Jahrhundert. Dabei wird mit Anzahl und Stellenwert der Arien, dem Aufbau und Inhalt ihrer Texte sowie der musikalischen Form und Stilgebung systematisch die Entwicklung der wichtigsten Parameter abgehandelt, um den Weg der italienischen Opernarie von den Anfängen der Gattung in Florenz und Mantua um 1600 über ihre Fortsetzung und erste Blüte im Rom der 1620er- und 1630er-Jahre bis zur Konsolidierung der Oper in Venedig am Beispiel von Francesco Cavalli und der folgenden Generation um Giovanni Legrenzi, Antonio Sartorio, Carlo Pallavicino und Domenico Freschi bis in die 1680er-Jahre nachzuvollziehen.

Junko Sonoda, Minoru Tsuzaki

Theologische Bedeutungsebenen in der Motette »Herr, wenn ich nur dich habe« (SWV 280) von Heinrich Schütz: Eine Analyse anhand des Auditory Image Model

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Was man hört, beinhaltet Eigenschaften der Musik, wie den Unterschied der Tonfarbe zwischen den Instrumenten und Vokalstimmen oder der Wortklänge, die nicht im Notationssystem fixiert werden (können). Um diese akustischen Informationen zu berücksichtigen, wird anhand von Heinrich Schütz' Motette »Herr, wenn ich nur dich habe« als Analysemethode die Akustikanalyse anhand des Gehörmodells eingeführt. Die hier vorgestellte Analyse durch das Gehörmodell ist der erste Versuch in der historischen Musikforschung.

Angela Lohri

Kombinationstöne und Tartinis »terzo suono«

1714 entdeckt der italienische Geiger und Komponist Giuseppe Tartini, dass beim Spielen von Zweiklängen auf seiner Geige ein dritter Ton (»terzo suono«) erklingt. Tartinis Untersuchungen bringen die Bedeutung dieses akustischen Phänomens in der Musiktheorie und Harmonielehre, der Instrumentalpraxis und insbesondere für die Intonation zum Ausdruck. Angela Lohri zeigt mit ihrer Studie, wie Tartinis »terzo suono« im Lichte des damaligen und heutigen Forschungsstands verstanden werden kann.

Deniza Popova

Musik für das Nationalbewusstsein – z. B. aus Bulgarien

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Dies ist die Geschichte des bulgarischen Volksliedes »Izlel e Deljo, hajdutin«, das auf goldenen Schallplatten in den Weltraum gelangte. Der Weg der Rezeption, der hier nachgezeichnet wird, beginnt bei der mündlichen Überlieferung von Geschichte durch Musik. Die spezifische narrative Gattung, die diese Funktion erfüllt, ist bereits aus der Antike bekannt …

Marlen Seidel

Mehrstimmige Musik des deutschen Sprachbereichs aus dem Spätmittelalter im Kontext: Zur Einordnung der Quellen

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Dass die mehrstimmige Musik im deutschsprachigen Raum laut überlieferter Handschriften eine andere Entwicklung genommen hat, als das bei der Mehrstimmigkeit des französischen und später frankoflämischen Repertoires der Fall war, ist hinreichend bekannt …

Andreas Pfisterer

Zu den Anfängen der Discantus-Notation im »Magnus Liber Organi«

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Modalrhythmus und Modalnotation gehören seit langem zu den zentralen Streitgegenständen der mittelalterlichen Musikgeschichte. Nachdem man sich inzwischen weitgehend von der Vorstellung verabschiedet hat, alle Musik des 12. und 13. Jahrhunderts müsse in einem taktartig organisierten Rhythmus abgelaufen sein, stellt sich die Frage nach der Entstehung dieses zukunftsträchtigen rationalen Rhythmussystems schärfer als zuvor …

Martin Pfleiderer, Wolf-Georg Zaddach, Klaus Frieler

Pitch class hierarchies in Miles Davis’ »So What«: Reconsidering modal jazz improvisation with computer-based analysis tools

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

In this paper, we investigated pitch class hierarchies in modal jazz improvisation within a case study of the solos and bass lines of »So What«. We were able to show that the tones played by Davis, Coltrane, and Adderley, as well as by Chambers, could be described as pitch class hierarchies …

Yoko Maruyama

Beethoven und seine Zeitgenossen: eigene Kreativität versus kompositorische Anregungen

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Beethoven als ein Originalgenie zu betrachten, hat in der Forschungsgeschichte eine lange Tradition. Die bisherige Tendenz der Beethoven-Forschung, hauptsächlich seinen Personalstil zu untersuchen und diesen nur selten mit denjenigen anderer Komponisten zu vergleichen, liegt wohl dieser Auffassung zugrunde. Der vorliegende Beitrag wird am Beispiel von Paul Wranitzky die kompositorischen Beziehungen zwischen Beethoven und seinen Zeitgenossen nachweisen und damit ein erneutes kritisches Überdenken des ideologischen Denkschemas der Wiener Trias anregen …

Juliane Pöche

»Tausend himmlische Singer« und der ›rote Faden der Verurteilung‹. Instrumentale und Besetzungs-Konzeption in den Passionen Thomas Selles

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Thomas Selle, der 1641 das Amt des Johanneumskantors in Hamburg und damit das zentrale Amt im norddeutschen Musikleben antrat, ist mit seinen rund 340 überlieferten Werken eine bedeutende Figur in der Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts. Erkennbar ist dies auch und ganz besonders in seinen Beiträgen zur Geschichte der Passionsvertonung …