Bücher

Frederik Knop

Retrospektiven

Die letzten Kompositionen György Ligetis († 2006) finden bislang weder in der musikwissenschaftlichen Forschung noch in der internationalen Aufführungspraxis nennenswerte Beachtung.

Laure Spaltenstein

Berlin 1830, Wien 1870, München 1910

Eine Begriffsgeschichte musikalischer Aufführung im 19. Jahrhundert

Wie haben im 19. Jahrhundert Konzertbesucher das flüchtige Ereignis der musikalischen Aufführung begriffen? Die Vielfalt der benutzten Termini – u. a. ›Aufführung‹, ›Ausführung‹, ›Exekution‹, ›Vortrag‹, ›Wiedergabe‹, ›Reproduktion‹, ›Interpretation‹ – zeugt von dem Streben, das Phänomen des Musikmachens je nach Aufführungskontext und Klangergebnis differenziert zu beschreiben. In den drei zeitlich wie örtlich fokussierten Situationen des Konzertlebens Berlin um 1830, Wien um 1870 und München um 1910 werden die Begriffe aufgrund eines umfangreichen Quellenkorpus rekonstruiert, das nicht nur Vortragslehren und Enzyklopädien, sondern vor allem Konzertberichte in Musikzeitschriften und Tageszeitungen berücksichtigt.

Angela Lohri

Kombinationstöne und Tartinis »terzo suono«

1714 entdeckt der italienische Geiger und Komponist Giuseppe Tartini, dass beim Spielen von Zweiklängen auf seiner Geige ein dritter Ton (»terzo suono«) erklingt. Tartinis Untersuchungen bringen die Bedeutung dieses akustischen Phänomens in der Musiktheorie und Harmonielehre, der Instrumentalpraxis und insbesondere für die Intonation zum Ausdruck. Angela Lohri zeigt mit ihrer Studie, wie Tartinis »terzo suono« im Lichte des damaligen und heutigen Forschungsstands verstanden werden kann.

Felix Gabriel Steiner

Heinrich Christoph Kochs Versuch einer Anleitung zur Composition im Spiegel der zeitgenössischen Kompositionslehren

Innerhalb der Forschung zur Musikgeschichte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gilt es inzwischen als selbstverständlich, dass Heinrich Christoph Koch zu den herausragenden Musiktheoretikern der Zeit zählt. Eine Auseinandersetzung mit seiner Kompositionslehre ist für das analytische Verständnis der mit dem Begriff des »klassischen Stils« charakterisierten Musik dieser Epoche unerlässlich. Dieses Buch beschäftigt sich mit Kochs großer theoretischen Schrift …

Suzanne Josek

Jonathan Harvey: »…towards a Pure Land«

Stationen einer kompositorischen Reise

»…towards a Pure Land«: Der Titel eines Orchesterwerks von Jonathan Harvey (1939–2012) steht programmatisch für das lebenslange künstlerische sowie menschliche Streben des Komponisten nach geistiger Fortentwicklung. Suzanne Josek zeichnet den spirituellen und kompositorischen Weg Harveys in Form einer Reise nach und versucht, die angesteuerten inspirativen Häfen – christliche Mystik, Anthroposophie und östliche Spiritualitätssysteme – in ihrer Bedeutung zu erfassen und im Werk des Komponisten zu verankern.

Dieter Gutknecht

Die Wiederkehr des Vergangenen

Studien zur Geschichte der Aufführungspraxis Alter Musik, II: Entwicklung ab dem Zweiten Weltkrieg

Mit dem zweiten Band der »Studien zur Geschichte der Aufführungspraxis Alter Musik« liegt nun die Fortsetzung des ersten Teils vor, der 1993 in der 1. und 1997 in der überarbeiteten 2. Auflage erschien. Stand hier der Zeitraum vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg im Vordergrund, blickt Band 2 auf die Zeit von da an bis heute.

Raphael Smarzoch

Genaueste Handlungen unter den freiesten Bedingungen

Studien zum Werk von Christian Wolff

Der 1934 in Nizza geborene Komponist Christian Wolff bleibt im Vergleich zu seinen Zeitgenossen John Cage, Morton Feldman und Earle Brown ein Außenseiter, dessen Werk trotz seiner Vielschichtigkeit und gesellschaftlichen Relevanz bis heute nur wenig Beachtung findet. Die vorliegende Studie beabsichtigt, diesen Missstand zu beseitigen, und beleuchtet einige charakteristische Merkmale der Musik Christian Wolffs.

Dieter Gutknecht

Studien zur Geschichte der Aufführungspraxis Alter Musik

Ein Überblick vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg

Wie alles begann: Das grundlegende Werk zum Thema »Alte Musik und ihre Aufführungspraxis«, basierend auf der 2. bearb. und erweit. Auflage. – Auszug: »Es hat den Anschein, als komme die Beschäftigung mit der musikalischen Aufführungspraxis in allen ihren wissenschaftlichen und praktischen Aspekten immer noch einer Wanderung auf nicht gesichertem Terrain gleich.«

Hans Heinrich Eggebrecht

Ad organum faciendum

Lehrschriften der Mehrstimmigkeit in nachguidonischer Zeit

Die vorliegende Arbeit behandelt jene Gruppe von Organum-Traktaten, in deren Mittelpunkt der Prosateil des bekannten sogenannten Mailänder Traktats steht ...

Eckhard Roch

Chroma – Color – Farbe

Ursprung und Funktion der Farbmetapher in der antiken Musiktheorie

Die musikalische Chromatik ist ein Phänomen, das regelmäßig in Umbruchsituationen der Musikgeschichte zu beobachten ist. Dabei haben die Begriffe »Chroma« und »Chromatik« ursprünglich nichts mit »Farbe« oder »Umfärbung« zu tun, sondern lassen sich auf einen metaphorischen Gebrauch in der Antike zurückführen. ...