Historische Musikwissenschaft

Marios Joannou Elia

Zeitgenössische Musik im Kontext von Polyästhetik und Polymedialität

Die gegenwärtige Situation fachübergreifenden Komponierens und die Suche nach »neuen« Musiktheaterkonzepten, die an die Grenzbereiche des Musiktheaters vorstoßen, bilden den Ausgangspunkt des vorliegenden Aufsatzes. Die Frage ist, wie die Musikästhetik von zeitgenössischen Kompositionen in einem polymedialen Kontext zu betrachten ist …

Wolfgang Fuhrmann, Katharina Hottmann

Einführung zum Symposion »Musik zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Zur musikhistorischen Relevanz einer soziologischen Kategorisierung« der Fachgruppen »Soziologie und Sozialgeschichte der Musik« und »Frauen- und Genderstudien«

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die hier versammelten Beiträge dokumentieren eine gemeinsame Arbeitstagung der Fachgruppen Soziologie und Sozialgeschichte der Musik und Frauen- und Genderstudien, die zu Beginn der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Halle 2015 vor zahlreich erschienenem Publikum stattgefunden hat.

Marlen Seidel

Mehrstimmige Musik des deutschen Sprachbereichs aus dem Spätmittelalter im Kontext: Zur Einordnung der Quellen

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Dass die mehrstimmige Musik im deutschsprachigen Raum laut überlieferter Handschriften eine andere Entwicklung genommen hat, als das bei der Mehrstimmigkeit des französischen und später frankoflämischen Repertoires der Fall war, ist hinreichend bekannt …

Andreas Pfisterer

Zu den Anfängen der Discantus-Notation im »Magnus Liber Organi«

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Modalrhythmus und Modalnotation gehören seit langem zu den zentralen Streitgegenständen der mittelalterlichen Musikgeschichte. Nachdem man sich inzwischen weitgehend von der Vorstellung verabschiedet hat, alle Musik des 12. und 13. Jahrhunderts müsse in einem taktartig organisierten Rhythmus abgelaufen sein, stellt sich die Frage nach der Entstehung dieses zukunftsträchtigen rationalen Rhythmussystems schärfer als zuvor …

Yoko Maruyama

Beethoven und seine Zeitgenossen: eigene Kreativität versus kompositorische Anregungen

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Beethoven als ein Originalgenie zu betrachten, hat in der Forschungsgeschichte eine lange Tradition. Die bisherige Tendenz der Beethoven-Forschung, hauptsächlich seinen Personalstil zu untersuchen und diesen nur selten mit denjenigen anderer Komponisten zu vergleichen, liegt wohl dieser Auffassung zugrunde. Der vorliegende Beitrag wird am Beispiel von Paul Wranitzky die kompositorischen Beziehungen zwischen Beethoven und seinen Zeitgenossen nachweisen und damit ein erneutes kritisches Überdenken des ideologischen Denkschemas der Wiener Trias anregen …

Juliane Pöche

»Tausend himmlische Singer« und der ›rote Faden der Verurteilung‹. Instrumentale und Besetzungs-Konzeption in den Passionen Thomas Selles

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Thomas Selle, der 1641 das Amt des Johanneumskantors in Hamburg und damit das zentrale Amt im norddeutschen Musikleben antrat, ist mit seinen rund 340 überlieferten Werken eine bedeutende Figur in der Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts. Erkennbar ist dies auch und ganz besonders in seinen Beiträgen zur Geschichte der Passionsvertonung …

Birgit Johanna Wertenson

Wie geht es eigentlich Eurydike? Eine Mythologie auf Spurensuche: Zu Iris ter Schiphorsts Kammeroper »Euridice« (2002)

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Am 20. September 2002 fanden im Rahmen eines dreiteiligen Orpheus-Projekts des Bielefelder Theaters musikalisch-szenische Neuinterpretationen des Orpheusmythos statt. Der mythischen Figur sollte unter dem Motto der Erinnerungstopographie mit drei Werkaufträgen begegnet werden. Die Komponistin Iris ter Schiphorst verbannt Orpheus aus ihrem Werk und geht auf Spurensuche nach dem weiblichen Part des Mythos …

Adrian Kuhl

Vom Vaudeville zum Spektakel. Die Finalfassungen von Carl David Stegmanns »Der Kaufmann von Smyrna«

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Der »Kaufmann von Smyrna, Singspiel in I Aufzug mit Musik von Stegmann, das Final ist neu komponirt und schön.« – Diese kurze Notiz erschien 1795 in einer Repertoireliste des Hamburger Theaters im Mannheimer Theater Kalender. Bemerkenswert an der Notiz ist allerdings weniger, dass das 1773 in Königsberg uraufgeführte Singspiel auch in Hamburg auf die Bühne kam, sondern dass das Singspiel mit einem neu komponierten Finale gespielt wurde …

Benedikt Leßmann

Gregorianische Couleur in der französischen Oper des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die Dritte Republik (1870–1940) gilt mit Recht als eine Zeit, in der sich Frankreich zunehmend hin zum Laizismus, zur Trennung von Kirche und Staat, bewegt. Dies wird deutlich an gesetzgeberischen Maßnahmen wie den Lois Jules Ferry zur Schulbildung (1880–1882), die religiöse Neutralität der Schulen vorschreiben, oder dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat von 1905 …

Natalia Nowack

Soziologische Ästhetik als Denkmodell zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Der Begriff »soziologische Ästhetik« wurde am Ende des 19. Jahrhunderts für den Umgang mit der Kunsterfahrung der Moderne geprägt und bald darauf bei der Lösung anderer Aufgaben weiterverwendet. Die sich unter diesem Begriff entwickelnden geisteswissenschaftlichen Tendenzen markierten den Beginn einer besonderen Denkweise, die später als kultursoziologische bezeichnet wurde …