Musikgeschichte

Sayuri Hatano

Hermann Wolff als »Sachverständiger« für Aufführungsrecht in der frühen musikalischen Tantiemenbewegung in Deutschland

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die Anfangsphase der sogenannten musikalischen Tantiemenbewegung in Deutschland im Zeitraum von 1895 bis 1903 war im Wesentlichen von einem Interessenkonflikt zwischen Musikverlegern und Komponisten geprägt. Auf der Grundlage von Arbeiten zu diesem Thema wird hier die deutsche Tantiemenfrage aus dem Blickwinkel eines anderen Akteurs im Musikleben beleuchtet – und zwar des Konzertagenten …

Minari Bochmann

Die Dodekaphonie als antifaschistischer Widerstand? Eine kritische Betrachtung der Kulturpolitik des italienischen Faschismus

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

In Italien wurde die Dodekaphonie erst in der Zeit des Faschismus bekannt und stieß auf ausdrückliche Ablehnung, die vor allem vom traditionellen Musikestablishment ausging. Für den Staat jedoch erhielt sie eine zentrale Funktion, als Italien nach der Unterzeichnung des Kulturabkommens mit Deutschland gegenüber seinem »Achsenpartner« kulturpolitische Eigenständigkeit und Unabhängigkeit beweisen wollte. Die Uraufführung von Luigi Dallapiccolas Canti di prigionia (1938–1941) am 11. Dezember 1941 und die italienische Erstaufführung von Alban Bergs Wozzeck am 3. November 1942 sind nur die Spitze eines Eisbergs vieler Ereignisse …

Julia Zupancic

Geehrt, gefürchtet, missverstanden. Theodor W. Adorno im Spiegel der westdeutschen Musikkritik (1949–1961)

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Welches Bild von Adorno in der westdeutschen Musikkritik zwischen 1949 und 1961 vermittelt wird und inwiefern auch seine musikphilosophischen Ansichten im Feuilleton rezipiert werden, soll in diesem Aufsatz exemplarisch erörtert werden. Die Untersuchung basiert dabei auf der Auswertung von Zeitungsartikeln insbesondere im Kontext der Darmstädter Ferienkurse als einer zentralen Wirkstätte Adornos …

Axel Fischer, Matthias Kornemann

Ideologie und Kunstanspruch – Wandlungspotenziale literarischer Motive in der Zelterschen Liedertafel

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die folgende Dokumentation soll einen ersten Überblick über die Gestalt des Liedrepertoires geben, das sich die Zeltersche Liedertafel zwischen 1809 und 1945 schuf – ein Korpus von immerhin 507 Gesängen. Dabei soll sich die Betrachtung allmählich auf die vertonten Texte verengen …

Irmlind Capelle

Die Bestände des Lippischen Hoftheaters Detmold (1825–1875). Durch digital gestützte Tiefenerschließung zu neuen Forschungsmöglichkeiten

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Das sogenannte Hoftheater-Projekt am Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn hat das Ziel, Katalogisierungs-Beschränkungen aufzuheben und die Beziehungen der Objekte in den Mittelpunkt zu rücken …

Anna Magdalena Bredenbach

Musikalische Analyse und ihre Figuren im historiographischen Kontext

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Musikgeschichte erzählt nicht nur von vergangenen Ereignissen, von historischen Daten und Fakten, sondern auch von musikalischen Phänomenen, die, zumindest teilweise, auch in der Gegenwart noch präsent sind. Dadurch wird Musikgeschichte zu einer hybriden Textart, die – wie es Carl Dahlhaus auf den Punkt gebracht hat – zugleich Dokumente der Vergangenheit und ästhetische Ereignisse der Gegenwart behandelt …

Matthieu Cailliez

Nationalmusik, patriotische Musik, Widerstand und Zensur: Diskurse in der europäischen Musikpresse während der Revolutionsperiode von 1848

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Der Gegenstand dieses Artikels besteht in der Untersuchung der mehr oder weniger lebhaften Reaktionen (vom einfachen Bericht bis zur aktiven Teilnahme) auf diese Ereignisse, und zwar die Reaktionen von drei der wichtigsten europäischen Zeitschriften dieser Zeit, der Allgemeinen musikalischen Zeitung in Deutschland, der Revue et Gazette musicale de Paris in Frankreich und der Gazzetta musicale di Milano in Italien …

Konstantin Voigt

Arnold Schönbergs George-Lieder op. 15 und die »Prosa-Auflösung der Verse«

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Textvertonungen haben am Übergang zur freien Atonalität bekanntlich eine entscheidende Rolle gespielt. Insbesondere die fein ziselierte Verskunst Stefan Georges stand um 1908 im Zentrum des Schaffens Arnold Schönbergs und Anton Weberns, die mit ihren George-Vertonungen den entscheidenden Schritt ins atonale Neuland vollzogen …

Martha Brech

Privates Musizieren heute

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Mit der rasanten Verbreitung des Rundfunks in Deutschland in den 1920er-Jahren kamen auch mahnende Beiträge zu den möglichen Folgen auf, die sich durch die nun fast ständig verfügbare Musik ergeben könnten. Neben der zukünftigen Arbeitslosigkeit von Berufsmusikern fürchtete man den Niedergang des privaten Musizierens und des Erlernens von Musikinstrumenten ganz allgemein …

Michael Braun

Wissenschaftler, Komponist und Arrangeur: zu Bartóks drei Modi der Volksmusikrezeption

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Als im Sommer 1904 das siebenbürgische Hausmädchen Lidi Dósa im ländlichen Gerlice puszta einem jungen Komponisten aus der Stadt einige Lieder vorsang, konnte sie nicht ahnen, damit den Keim gepflanzt zu haben für einen Einflussfaktor, der seine künftige Laufbahn maßgeblich prägen und lenken sollte …