Schwerpunkt

Christina Richter-Ibáñez

[…] ganz besonders deutsch«: Karl Hasses Karriere als Musikwissenschaftler in Tübingen und die (Um-)Habilitation seines Assistenten Otto zur Nedden

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Karl Hasse und Otto zur Nedden sind als stramme Nationalsozialisten, »Kampfbund«-Aktivisten, Streiter für die »deutsche Musik« und gegen jugendbewegtes Musizieren im »Dritten Reich« bekannt. Ihre Polemiken gegen Fritz Jöde, die im Mai 1933 zuerst in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung und in gleichem Wortlaut im Juni 1933 in der Zeitschrift für Musik erschienen, wurden von Joseph Wulf und Fred K. Prieberg wiederholt zitiert …

Rebekka Sandmeier

Universitäre Musikausbildung und Musikwissenschaft in Südafrika: Vor und nach dem Ende der Apartheid

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Im Jahr 1994 fanden in Südafrika die ersten freien Wahlen statt. Zur gleichen Zeit erfolgte auch ein gewaltiger Umbruch in der Gesellschaft. Der folgende Beitrag befasst sich mit den Auswirkungen dieser gesellschaftlichen Veränderungen in der universitären Musikausbildung und in der Musikwissenschaft.

Desiree Mayer

Beethoven als Vorbild: Das Ostinato als Höhepunktgestaltung in Anton Bruckners Symphonien

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Wie funktionieren Steigerungspassagen in Symphonien? Wie kann ein Komponist unterschiedliche formale Teile gliedern und sie sinnvoll aneinander knüpfen? Eine mögliche Antwort lautet: mittels eines Ostinatos. Ein Ostinato kann im symphonischen Satz auf vielfältige Weise eingesetzt werden …

Thomas Glaser

Zu René Leibowitz’ Auseinandersetzung mit Rudolf Kolischs Aufsatz »Tempo and Character in Beethoven’s Music«

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Während René Leibowitz’ Hauptschriften der 1940er Jahre zur Wiener Schule um Arnold Schönberg Eingang in die Fachforschung gefunden haben und Leibowitz’ Stellung innerhalb der europäischen musikalischen Avantgarde bis Anfang der 1960er Jahre aufgearbeitet wurde, harren seine Publikationen zum Themenfeld musikalische Interpretation ebenso wie die von ihm geleiteten musikalischen Produktionen bisher einer ausführlichen Untersuchung …

Bernhard Lutz

Von der fürstlichen Preziose zum PDF-Download. Die Digitalisierung und Online-Erschließung der Chorbücher der Bayerischen Staatsbibliothek

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die Digitalisierung und die virtuelle Bereitstellung von Quellenbeständen haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu weiteren Kernaufgaben vieler Bibliotheken und Forschungsarchiven entwickelt. In gleicher Weise, in welcher mehr und mehr Quellen über das Internet frei verfügbar sind, hat sich auch die Nutzung digitaler Ressourcen zu einem mittlerweile fest etablierten Instrument musikwissenschaftlicher Forschung entwickelt …

Hanna Zühlke

Verfahren der Versvertonung in Klopstock-Liedern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Im Folgenden soll anhand einer kleinen Auswahl aus dem überlieferten Bestand exemplarisch den kompositorischen Strategien und Techniken nachgegangen werden, die Klopstocks ungewöhnliche Vorlagen in der Liedkomposition des 18. und frühen 19. Jahrhunderts provozierten …

Sayuri Hatano

Hermann Wolff als »Sachverständiger« für Aufführungsrecht in der frühen musikalischen Tantiemenbewegung in Deutschland

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die Anfangsphase der sogenannten musikalischen Tantiemenbewegung in Deutschland im Zeitraum von 1895 bis 1903 war im Wesentlichen von einem Interessenkonflikt zwischen Musikverlegern und Komponisten geprägt. Auf der Grundlage von Arbeiten zu diesem Thema wird hier die deutsche Tantiemenfrage aus dem Blickwinkel eines anderen Akteurs im Musikleben beleuchtet – und zwar des Konzertagenten …

Minari Bochmann

Die Dodekaphonie als antifaschistischer Widerstand? Eine kritische Betrachtung der Kulturpolitik des italienischen Faschismus

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

In Italien wurde die Dodekaphonie erst in der Zeit des Faschismus bekannt und stieß auf ausdrückliche Ablehnung, die vor allem vom traditionellen Musikestablishment ausging. Für den Staat jedoch erhielt sie eine zentrale Funktion, als Italien nach der Unterzeichnung des Kulturabkommens mit Deutschland gegenüber seinem »Achsenpartner« kulturpolitische Eigenständigkeit und Unabhängigkeit beweisen wollte. Die Uraufführung von Luigi Dallapiccolas Canti di prigionia (1938–1941) am 11. Dezember 1941 und die italienische Erstaufführung von Alban Bergs Wozzeck am 3. November 1942 sind nur die Spitze eines Eisbergs vieler Ereignisse …

Benedikt Schubert

Ars combinatoria und Affekt. Überlegungen zu der Kantate »Wer weiß, wie nahe mir mein Ende« (BWV 27)

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Die Kantate BWV 27 wurde von Johann Sebastian Bach erstmals am 6. Oktober 1726 in Leipzig aufgeführt und ist eine Kantate zum 16. Sonntag nach Trinitatis. An diesem Sonntag im Kirchenjahr wurde das Evangelium der Wiederauferweckung des Jünglings zu Nain (Lk 7,11–17) verlesen. Alle Kantaten, welche Bach zu diesem Sonntag vertonte (BWV 8, 27, 95, 161), thematisieren den Umgang des Christen mit seinem zeitlichen Ende …

Julia Zupancic

Geehrt, gefürchtet, missverstanden. Theodor W. Adorno im Spiegel der westdeutschen Musikkritik (1949–1961)

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«

Welches Bild von Adorno in der westdeutschen Musikkritik zwischen 1949 und 1961 vermittelt wird und inwiefern auch seine musikphilosophischen Ansichten im Feuilleton rezipiert werden, soll in diesem Aufsatz exemplarisch erörtert werden. Die Untersuchung basiert dabei auf der Auswertung von Zeitungsartikeln insbesondere im Kontext der Darmstädter Ferienkurse als einer zentralen Wirkstätte Adornos …