Hanna Zühlke

Verfahren der Versvertonung in Klopstock-Liedern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts

Beitrag zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«


Friedrich Gottlieb Klopstocks Reform des deutschen Verses zählt zu den markantesten Umbrüchen in der neueren deutschen Literaturgeschichte. Klopstock sprengte die formalen Konventionen zeitgenössischer Dichtung über die produktive Auseinandersetzung mit den Vers- und Strophenformen der Antike: Für das deutsche Epos favorisierte er den Hexameter als Alternative zum klassischen Alexandriner (sein Gattungsbeitrag Der Messias erschien in 20 Gesängen zwischen 1748 und 1773). In seinen Oden kamen antike Strophenmaße oder davon inspirierte selbst entworfene Metren zum Einsatz, deren individuell gestaltete Hebungs- und Senkungsfolgen einen scharfen Kontrast zu dem seit Martin Opitz in der deutschsprachigen Lyrik gängigen Alternieren in Jamben oder Trochäen bildeten. Klopstocks Hymnen und Bardengesänge in freien Rhythmen entbehrten schließlich der Wiederholung eines feststehenden Metrums. […] Im Folgenden soll anhand einer kleinen Auswahl aus dem überlieferten Bestand exemplarisch den kompositorischen Strategien und Techniken nachgegangen werden, die Klopstocks ungewöhnliche Vorlagen in der Liedkomposition des 18. und frühen 19. Jahrhunderts provozierten. …

Format · Aufsatz

URN · urn:nbn:de:101:1-2016091412

Publikationsort · Schott Campus, Mainz 2016

Zitation · Zühlke, Hanna: »Verfahren der Versvertonung in Klopstock-Liedern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts«, in: Beitragsarchiv zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015 – »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog«, hrsg. von Wolfgang Auhagen und Wolfgang Hirschmann [http://schott-campus.com/gfm-jahrestagung-2015], Mainz 2016 [Schott Campus, urn:nbn:de:101:1-2016091412].


Das Beitragsarchiv fasst Referate und Posterpräsentationen der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung 2015 in Halle/Saale zusammen, bietet einen guten Überblick über derzeit in der Musikwissenschaft verhandelte Themen und zeigt Wege für eine intra-interdisziplinäre Zusammenarbeit auf. Es spiegelt hiermit das der Tagung zugrundeliegende Konzept »Musikwissenschaft: die Teildisziplinen im Dialog« wider.

→ Beitragsarchiv zur Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung Halle/Saale 2015